03 März 2011

Blaues Jahr 2011


König Ludwig II

Ludwig II erblickte am 25. August 1845 in der Residenzstadt München das Licht der Welt und sollte fast 41 Jahre später am 19. Juni 1886 dort seine letzte Ruhestätte finden. Schloss Nymphenburg mit dem Geburtszimmer und dem Steinernen Saal, wo er getauft wurde, sowie die Fürstengruft der St. Michaelskirche markieren Anfangs- und Endpunkt des Lebensbogens von König Ludwig II.
König Ludwig II wirkte in München in völlig verschiedenen Bereichen, u.a. in der Kunst und in der Wissenschaft. Als Musikliebhaber lud er den Komponisten Richard Wagner nach München ein. Uraufführungen von Meisterwerken wie „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ gehen darauf zurück. Legendär sind die Vorstellungen in der Oper, die der König exklusiv für sich alleine aufführen ließ. Ein neues Opernhaus am Isarhochufer wollte Ludwig bauen lassen, doch dazu kam es nie. Auf dem Dach der Residenz ließ er einen Wintergarten errichten, in den er sich zurückzog. Der König, der seine Träume und Inszenierungen gerne mit Hilfe der Technik umsetzte, gründete die Technische Hochschule in München im Jahre 1868.
"Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen..."
In der Realität war er ein konstitutioneller Monarch, ein Staatsoberhaupt mit Rechten und Pflichten und geringen Spielräumen. Er errichtete sich daher eine Gegenwelt, in der er sich – fern von der Gegenwart – als wahrer König empfinden konnte.
Von Anfang an war Ludwigs Gegenwelt epochenübergreifend umgesetzt. Die „Neue Burg“ (später Neuschwanstein) versetzt den Betrachter in das Mittelalter; das neue Versailles, auf Herrenchiemsee errichtet, vergegenwärtigt den barocken Absolutismus der Könige Frankreichs. Linderhof im Graswangtal wurde ein weiterer Platz für Träume, realisiert mittels modernster Technik, die auch in den Kutschen und Schlitten Verwendung fand, in denen sich der König nachts durch menschenleere Landschaften bewegte. Ludwig scheiterte an dem Wunsch, seine Traumsphären auch in der Wirklichkeit zu verankern.
Sein Rückzug war mit den Pflichten des Staatsoberhauptes nicht zu vereinbaren und die immer aufwendigeren Kulissen waren mit den privaten Mitteln des Königs nicht mehr zu finanzieren. Banken drohten mit Pfändung. Die Verweigerung einer rationalen Reaktion darauf war 1886 der Auslöser für die Unmündigkeitserklärung Entmündigung und Absetzung des Königs durch die Regierung.
Mysteriöser Tod
Von einem Spaziergang am Starnberger See, den er mit seinem begleitenden Arzt unternahm, kehrten beide nicht mehr lebendig zurück. Was bleibt ist der Mythos einer schillernden Persönlichkeit und der Kult um den "Kini", wie der Märchenkönig genannt wird. Trotz aller Bemühungen wird das Rätsel um des Königs Tod wohl nicht gelöst werden.
Das Blaue Jahr 2011 lädt dazu ein, die Spuren von König Ludwig II in München und Oberbayern zu entdecken.

Blaues Jahr 2011



Der Blaue Reiter

In München, Murnau und in der Gegend von Kochel am See entwickelte sich im frühen 20. Jahrhundert eine zukunftsweisende Kunstrichtung in der Malerei: der Expressionismus. Als Wassily Kandinsky und Gabriele Münter gemeinsam mit Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin im Sommer 1908 nach Murnau kamen, entstand ein Stil, der nicht mehr dem Vorbild der Natur im gewohnten Sinne folgte, sondern den subjektiven Eindruck erfasste und die vorangegangene "impressionistische" Malweise völlig hinter sich ließ.

Beeinflusst von Murnau und seiner Landschaft, entwickelten sie eine auf Grundformen reduzierte, flächige Bildgestaltung, die auf alles Nebensächliche verzichtete und mit ungemischten, kontrastreich gesetzten Farben Intensität und Steigerung des bildlichen Ausdrucks bewirkte. Ausstellungsforum der neuen expressiven Kunst war seit 1909 die "Neue Künstlervereinigung München", der neben den oben genannten u.a. auch August Macke, Franz Marc und Alfred Kubin angehörten.
Von Murnau nach München
Im Salon von Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky in der Giselastraße traf sich die künstlerische Avantgarde. Die Aktivitäten, mit denen die Künstler großes Aufsehen in München erregten, mündeten in der Herausgabe eines programmatischen Almanachs. Um die beiden Herausgeber und Maler Wassily Kandinsky und Franz Marc bildete sich eine Gruppe von gleich gesinnten Künstlern, die nach ihrem Almanach "Der Blaue Reiter" benannt wurde. Im Dezember des Jahres 1911, vor hundert Jahren, veranstaltete die Gruppe ihre erste Ausstellung in der Modernen Galerie Thannhauser. Mit ihren expressiven, stark farbigen Bildern, gingen die Künstler des Blauen Reiters neue Wege in der Kunst und leiteten den Expressionismus in Deutschland ein.

Blaues Jahr 2011

 

Eine Farbe, zwei Jubiläen

Eine Farbe, zwei Jubiläen, die unterschiedlicher kaum sein können: 2011 jährt sich der Todestag von König Ludwig II zum 125. Mal, und vor 100 Jahren gaben Wassily Kandinsky und Franz Marc in München den Almanach "Blauer Reiter" heraus, nach dem heute die weltberühmte Künstlergruppe benannt ist. Sowohl der König als auch die Künstler hatten ein Faible für die Sehnsuchtsfarbe Blau.

Das Münchner Tourismusamt kooperiert mit Tourismusorganisationen, Museen und Schlössern in München und Oberbayern und präsentiert mit einem gemeinsamen touristischen Angebot die beiden Jubiläen im "Blauen Jahr 2011". Ausstellungen, Führungen, Feiern lassen das Thema lebendig werden. Touristische Angebote, zusammengefasst in zwei "Blauen Boxen", regen zu Entdeckungsreisen auf den Spuren des Märchenkönigs und der Expressionisten des "Blauen Reiters" an.